Die Domstiege im Wandel der Zeiten

März 2011

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Sterbende Fichten, Schmierfinken und Overtourism

Blick vom Riff über der HöllenwandEine an sich sehr schöne, lohnende und etwas anspruchsvollere Wanderung führte uns am vergangenen Sonnabend durch das Gebiet der Affensteine. Angenehme Temperaturen und eine recht gute Sicht hätten das Herz jedes Wanderers höher schlagen lassen können, wären da nicht die Dinge, die ich als Überschrift wählte.

Beginnen wir aber mit einem kurzen Abriss der etwa 14 Kilometer langen Wanderung. Startpunkt für uns ist der Parkplatz ‚Nasser Grund‘ im Kirnitzschtal in der Sächsischen Schweiz. Schon ahnend, was uns erwarten würde, stellen wir unser Auto kurz vor 8.30 Uhr am kostenpflichtigen Platz (5 Euro Tageskarte) ab. Noch ist die Parkfläche nur mäßig gefüllt. Also schnell los. Wir gehen etwa fünf Minuten auf dem breiten Hauptwanderweg in den Nassen Grund hinein. Dann zweigt die ausgeschilderte Eulentilke in südöstlicher Richtung ab. Wir sind ganz allein. Es geht mäßig bergan bis zum Unteren Affensteinweg. Diesen laufen wir in östlicher Richtung weiter. Bald taucht die markante Brosinnadel vor uns auf. Steil ragt die schmale Felsspitze gen Himmel. Leider steht die Sonne direkt vor uns, kein schönes Foto möglich.

Über den Kletterzugang ins Große Bauerloch erreichen wir unser erstes Ziel, die Zwillingsstiege. Es ist immer wieder ein faszinierender Anblick: eine fast senkrechte Wand mit einigen Stahlklammern, die uns beim Aufstieg behilflich sein werden. Laute Geräusche von einschnappenden Karabinerhaken schallen durch das Tal. An der unweit gelegenen Häntzschelstiege herrscht also schon Hochbetrieb. Hier ist noch kein einziger Wanderer unterwegs. Wir steigen bis zur Oberen Affensteinpromenade hinauf und überwinden so zahlreiche Höhenmeter in kurzer Zeit.

Zwillingsstiege Zwillingsstiege Zwillingsstiege Zwillingsstiege

Jetzt wird es gemütlich. Noch immer sind wir fast allein. Blick von der Oberen AffensteinpromenadeDie Obere Affensteinpromenade ist als Bergpfad nur spärlich markiert und deshalb vielen Touristen nicht bekannt. Mitwanderer begegnen uns erst, als wir auf den Malerweg treffen, der über die Affensteine und Schrammsteine führt und als Hauptwanderweg mit blauem Strich markiert ist. Nach mehreren Pausen, um die Aussicht zu genießen, treffen wir am frühen Mittag an der Breiten Kluft Aussicht ein. Hier rasten eigentlich immer viele Wanderer, nur so viele habe ich hier mitten im Hochsommer noch nicht erlebt. Sonst ist die Sächsische Schweiz in den Schulferien bzw. in den Monaten Juli und August im Gegensatz zu Frühjahr und Herbst eher mäßig besucht. Im Corona-Sommer 2020 ist aber alles anders. Also schnell weiter zur Aussicht, die sich oberhalb des Teufelsturms befindet (diesem gegenüberliegt). Weiterlesen

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Statt einer Wanderung…

…musste ich mich wieder einmal den Datenschutzrichtlinien der EU widmen. Irgendwann kommen die Abmahnanwälte wieder aus ihren Verstecken. Dem beuge ich vor und mache meine Homepage rechtskonform nach aktuellem BGH-Urteil vom 28.05.2020 zur Cookie-Nutzung. Das aktuelle Urteil fordert, dass der Nutzer einer Website explizit seine Einwilligung zur Verwendung geben muss. Ausführliche Informationen zu diesem Thema findet ihr auf e-recht24.de.

Schaute man sich die Websites im letzten Jahr an, fand man drei verschiedene Arten von Cookie-Bannern:

1. den einfacher Hinweis
Hier wird ein Text gezeigt, der einfach über die Verwendung von Cookies auf der Seite informiert. Ein eventuelles „Wegklicken“ des Banners hat keinen Einfluss auf die Cookie-Nutzung.

2. das Opt-out-Verfahren
Bei diesem Prinzip werden die Cookies bereits beim Start der Website geladen. Der Nutzer kann bzw. muss erst im Nachhinein eine Nutzung ablehnen oder einschränken.

3. das Opt-in-Verfahren
Nur dieses Verfahren erfüllt die Vorgaben des EU-Rechts und wird den Anforderungen des vorgenannten BGH-Urteils gerecht. Cookies werde erst gesetzt, wenn der Nutzer explizit zugestimmt hat.

Die Zustimmung betrifft insbesondere alle Cookies, mit denen das Verhalten der Seitenbesucher statistisch erfasst wird und die technisch für die Funktion der Seite nicht unbedingt erforderlich sind.

Mit meiner Website erfülle ich die unter 3. genannten Voraussetzungen. Das in der Basisversion kostenlose WordPress-Plugin Complianz hilft mir auf komfortable Weise. Vielen Dank an die Entwickler.

Screenshot des Plugins Complianz - Complianz | GDPR Cookie Consent - Copyright liegt bei den Entwicklern

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Sandsteinfelsen mit Fernblicken

Blick vom Rabentürmchen zum Kleinen Winterberg

Nach dem Ende der Besuchersperre (für Nichtanwohner) der Sächsischen Schweiz war ein Ansturm auf das flächenmäßig kleine Gebirge zu erwarten. Verständlicherweise. Schließlich mussten die Wander- und Kletterfreunde bei schönstem Wetter in ihren Wohnungen ausharren. Und das Wetter meinte es wirklich gut mit den Wander- und vor allem Kletterfreunden in diesem April. Ob es an der geringeren Luftverschmutzung lag? Darüber sollen sich die Experten streiten. Jedenfalls gab es eine ungeahnte Fernsicht in diesen Tagen am Ende des Monats, meist bei fast wolkenlosem Himmel.

Ich hatte mich mit zwei Stiegenfreunden unserer IG verabredet. Selbstverständlich immer nur einzeln, denn mehr als zwei Leute aus fremden Haushalten dürfen ja immer noch nicht gemeinsam Wandern. Die Sache mit dem Wandern betrachtete ich skeptisch. Da die Schulen geschlossen und viele Werktätige in Kurzarbeit waren, musste man wohl mit stark frequentierten Wegen – selbst mitten in der Woche – rechnen. So war es dann auch tatsächlich. Am 23. April fand ich gegen 10.30 Uhr kaum noch einen freien Parkplatz an der Neumannmühle im Kirnitzschtal. Nach meiner Ankündigung im vorhergehenden Blogbeitrag sollten das Rabentürmchen und der Große Lorenzstein das Ziel einer kleinen Klettertour werden. In „Zweierseilschaft“ ging es los. Wanderer wurden bereits wenige Meter nach dem Parkplatz auf dem breiten Hauptwanderweg in den Großen Zschand gebremst. Gesperrt: Weg in den den Großen ZschandHier ging es heute nicht mehr weiter. Auf der Homepage der Nationalparkverwaltung gab es dazu keinen Hinweis. Ratlos standen einige Wanderer vor der Absperrung und erkundigten sich nach Alternativen. Eine solche stellt der Aufstieg durch die Spitzsteinschlüchte dar, den wir ohnehin als kürzesten Weg zum Rabentürmchen nutzen wollten.

Rabentürmchen mit Kletterweg 'Sagenhafte Kante'Der Aufstieg auf den kleinen Felsen über den Alten Weg stellt für „richtige Kletterer“ keine Herausforderung dar, für mich also gerade richtig. Die Aussicht entschädigt für die Anstrengung. Unglaubliche Fernblicke eröffnen sich bei strahlend blauem Himmel. Die nachfolgenden Fotos sollen einen kleinen Eindruck vermitteln, auch wenn die Bilder nur von der Kamera eines Smartphones stammen. Hätte ich gewusst, was mich an diesem Tag erwartet, wäre ich sicher fototechnisch besser ausgerüstet gewesen.

Blick vom Rabentürmchen zu den Affensteinen Blick vom Rabentürmchen zum Kleinen Lorenzstein Blick vom Rabentürmchen zum Neuen Wildenstein (Kuhstall) Gipfelblick und -glück

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Vom Kleinen in den Großen Zschand

Blick vom Fuß des Rätselturms auf die Lorenzsteine

Nein, ich bin nicht während der Corona-Ausgangsbeschränkungen außerhalb des Umkreises meines Heimatortes wandern gewesen. Die Fotos stammen von meiner Tour Mitte Dezember und mitten in der Woche. Die Anzahl der Touristen war damals mit der heute vergleichbar. Getroffen habe ich – außer am Parkplatz an der Neumannmühle – überhaupt keinen. Zu dieser Jahreszeit stehen normalerweise meine Ski abfahrtsbereit. Nur gab es im gesamten Dezember keinen Schnee in unseren Breiten. Deshalb hatte ich eine kleine Rundwanderung in Vorbereitung der Wander- (und Kletter-) Saison zusammengestellt, die einige unerwartete und für mich damals noch überraschende Fernblicke offenbarte.

In den Medien wurde bereits seit einiger Zeit die teilweise Sperrung bzw. Ampelregelung im Kirnitzschtal wegen Baumfällung kommuniziert. Die Anfahrt zur Neumannmühle verlief allerdings für mich störungsfrei. Flößersteig zwischen Neumann- und FelsenmühleBlick vom Flößersteig auf die FelsenmühleVom Parkplatz aus nutzte ich zunächst den Flößersteig in westlicher Richtung bis zur Felsenmühle. Der an sich leichte Weg wurde zur Kraxelei über kreuz und quer liegende Fichten. Der Borkenkäfer hatte also auch hier ganze Arbeit geleistet. Die Bilder würden mich noch die ganze Wanderung über verfolgen, was ich in diesem Ausmaß nicht erwartet hatte. Eine aktuelle Betrachtung zum Thema gibt es im Blog auf Sandsteinwandern.de.

An der Felsenmühle bog ich in den mit rotem Strich markierten breiten Wanderweg in den Kleinen Zschand ein. Kleiner ZschandKleiner ZschandEtwa 200 Meter nach dem Abzweig in die Ferkelschlüchte führt ein Kletterzugang in östlicher bzw. leicht südöstlicher Richtung auf die Lorenzsteine zu. Auch hier wieder das schon gewohnte Bild des „Riesenmikados“, kreuz und quer liegende Fichtenstämme. Der schmale Pfad gewinnt schnell an Höhe und führt auf einen breiten Felsrücken. Ohne weitere nennenswerte Höhenunterschiede laufe ich durch den hier noch vorhandenen Fichtenwald. Falsches Rabentürmchen (?)Es geht vorbei an einem Felsen, der auf der Böhmwanderkarte als „Falsches Rabentürmchen“ eingetragen ist. Eine Aufstiegsmöglichkeit habe ich an diesem Tag nicht erkundet, mein Ziel war zunächst das richtige Rabentürmchen, ein kleiner Felsen mit mehreren leichten Kletterwegen. 'richtiges' RabentürmchenHier hatte ich vor über 13 Jahren meine ersten Kletterversuche unternommen. der AW (also der Alte Männerweg) am RabentürmchenDamals natürlich am sicheren Ende des Seils und mit zittrigen Knien vor der ersten Abseile. Lange nicht hier gewesen. Der AW wäre doch was für den Einstieg in die Frühjahrssaison. Die wird es aber vielleicht nicht geben. Wer weiß das schon so genau in „Coronazeiten“.

ausgesetztBlick zurück auf einen wirklich schmalen Weg am Großen LorenzsteinMeine Wanderung führte mich auf schmalem Pfad zwischen Großem und Kleinem Lorenzstein hindurch. An einer Stelle ist dabei wirklich Schwindelfreiheit von Vorteil. Ganz allein konnte ich von der Boofe am Kleinen Lorenzstein die Aussicht in den Großen Zschand genießen.

Blick in den Großen Zschand vom Kleinen Lorenzstein ausDer Abstieg führte mich auf den Knorreweg, den ich fast bis zur Zeughausstraße folgte. Auch hier wieder riesige Kahlschlagflächen, wo einst die Fichte in großer Zahl wuchs. An einem Baumstumpf ist noch das Kletterzugangssymbol zum Großen Lorenzstein geblieben. Weiterlesen

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