Wintersaison(?)

Anfang November 2020 hatte ich meine Abfahrtsskier zum Service gebracht. Einige Tage später stellte ich sie mit frisch geschärften Stahlkanten und präparierter Laufsohle in den Keller. Mit großer Vorfreude erwartete ich den ersten Schnee. Der kam zunächst nicht. Dafür der nächste Lockdown.

Als es im Erzgebirge endlich zu schneien begann, blieben die Lifte stehen. Im Januar einigten sich die Betreiber mit dem zuständigen sächsischen Ministerium darauf, dass die Lifte in dieser Saison nicht mehr eingeschaltet werden sollen. Dafür erreichte mich eine Mail vom Bergverlag Rölke mit den besten Wünschen für ein gesundes neues Jahr mit erlebnisreichen Wanderungen, Ski- und Bergtouren. Ich zitiere den weiteren Text kurz: „Jetzt in der Winterszeit hoffen wir, dass unsere Langlaufgebiete bald wieder uneingeschränkt zugänglich sein werden und möchten Ihnen unseren Skitourenführer für das Osterzgebirge empfehlen. Aktuell liegen rund um Altenberg knapp 20 cm Schnee, die Loipen sind gespurt und es herrschen erfreulich gute Langlaufbedingungen.“

Also die Loipen sind ja wenigstens gespurt. Dann holen wir unsere Cruising Skier aus dem Keller. Aber halt, unser Landesvater hat uns doch eine Ausgangssperre und einen Bewegungsradius von 15 Kilometer verordnet, von der Wohnadresse aus, wohlgemerkt. Leider liegt das Osterzgebirge etwa 50 Kilometer von meiner Wohnung entfernt.
Auch in der Oberlausitz hatte es nach dem 10. Januar reichlich geschneit. In Steina und in Neukirch am Valtenberg wurden die Loipen präpariert, wie man am 15.01.2021 auf der Steinaer Homepage nachlesen konnte: „In Steina herrschen gute Wintersportbedingungen. Es sind ca. 15 km Langlaufloipen gespurt. Skilangläufer können wieder ihrem Hobby nachgehen, solange sie sich im Radius von 15 km vom Wohnort bewegen.“

Der MDR meldete am 13.01.2021 auf seine Homepage  „Unterwegs im Pistenbully – Frische Loipen am Valtenberg gespurt… Die alpine Skisaison in Sachsen ist abgeblasen worden. Darauf hat sich am Dienstag Tourismusministerin Barbara Klepsch mit den Liftbetreibern verständigt. Skilangläufer allerdings dürfen ihrem Hobby weiter nachgehen, solange sie sich im Radius von 15 Kilometern vom Wohnort bewegen. Am Valtenberg in Neukirch in der Lausitz sind deshalb am Mittwochmorgen die Loipen frisch gespurt worden.“ Schöne bunte Foto veranschaulichen den Inhalt.

Merken die Journalisten eigentlich noch irgendetwas? Altenberg veröffentlicht wenigstens keine aktuellen Fotos und Schneehöhen.

Lange waren wir hin- und hergerissen, ob wir bis nach Steina und damit leicht außerhalb unseres zugewiesenen Bewegungsraums fahren, aber dann begann es bei uns zu schneien.

Etwa 10 Zentimeter Neuschnee lag auf den Feldern vor unserem Heimatort. Dann nichts wie los. Einige Enthusiasten hatten bereits vorgespurt. So wurde es dann doch noch ein Skivergnügen einen ganzen Nachmittag lang.

Hoffen wir, dass die Skiläuferin am Ende des Beitrags nur dem Sonnenuntergang entgegenfährt und nicht schon dem Ende unserer Skisaison, denn zwischenzeitlich ist die weiße Pracht vor der Haustür schon wieder Geschichte.

 

Veröffentlicht unter Kommentar, Winter und Outdoor | Schreib einen Kommentar

Frohes Fest


Weihnachtsrezept

Man nehme:
eine große Portion liebevoller Gelassenheit,
Freude, Humor und Dankbarkeit zu gleichen Teilen,
eine kräftige Prise Toleranz.
Dann mische man alles sorgfältig,
bis es sich gut verbindet.
Je nach Geschmack mit etwas milder Güte abschmecken.
Gemeinsam genießen.

Guten Appetit und frohe Weihnachten!

(Autor unbekannt)

Veröffentlicht unter Kommentar | Schreib einen Kommentar

Eingeweicht: Auf dem Rennsteig unterwegs (2)

Nach dem Bericht vom ersten Teilstück unserer Runst bis zum Inselsberg geht es jetzt weiter:

Gleich zu Beginn will mir der Gedanke nicht aus dem Kopf, ob der Kaffee im Hotel unter freiem Himmel gekocht wurde. Muss wohl Regenwasser in die Kanne gekommen sein, denn einen solch dünnen Kaffee, bei dem man den Boden der Tasse sehen konnte, hatte ich in meinem Leben noch nie getrunken.

Aussichtsturm auf dem Weg nach OberhofZu sehen gab es auf der gesamten Etappe recht wenig, wie das Foto von einem der neu errichteten Aussichtstürme unschwer vermittelt. Die Holztürme gab es vor zehn Jahren noch nicht, eine Aussicht – auch ohne Turm – schon. Wir spulen unsere Kilometer ab. Neue AusspanneDie Waldwege sind zunehmen von Pfützen bedeckt. Gegen Mittag erreichen wir die „Neue Ausspanne“, einen Imbiss, der offensichtlich gern von Fernfahrern genutzt wird. Wir bekommen immerhin ein warmes Essen. Es wird das Einzige an diesem Tag bleiben.

Neue AusspanneSchutzhütte am Grenzadler in Oberhof Der Regen wird stärker. Glücklicherweise gibt es entlang des Rennsteigs in relativ kurzen Abständen immer wieder Schutzhütten, in denen wir im Trockenen den Rucksack abnehmen und eine kurze Rast einlegen können. Die letzte Schutzhütte am Grenzadler oberhalb Oberhofs – Foto stammt vom nächsten Tag – erreichen wir völlig durchweicht.

Irgendwann versagen nach acht Stunden auch Regensachen aus dem oberen Preissegment und die Wanderschuhe eines deutschen Markenherstellers werden innen feucht. Nach 30 Kilometern gelangen wir zu unserer Unterkunft, der „Aktiv Pension“ in Oberhof. Die Freude ist groß ob des geräumigen Zimmers mit großem Bad und gut funktionierender Heizung, wird allerdings leicht getrübt bei der Frage zu geöffneten Gaststätten. Nach der etwas ausweichenden Antwort der Wirtin entschließen wir uns, in die wenige Meter entfernte Kaufhalle zu gehen und das Abendessen selbst zuzubereiten. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Kommentar, Über Stiegen und Steige | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Halloween auf der Hofewiese

Veröffentlicht unter Kommentar | Verschlagwortet mit , , | Schreib einen Kommentar

Eingeweicht: Auf dem Rennsteig unterwegs (1)

sehr individuelle Sitzgelegenheit auf dem Rennsteig

Nach der Absage unserer gebuchten Nepal-Trekkingtour – siehe Blogbeitrag zuvor – begann ich Ende September mit den Vorbereitungen der Rennsteigwanderung. Aus den Erfahrungen meiner ersten Runst vor 10 Jahren kannte ich die wichtigen Kriterien für die Planung der einzelnen Etappen. Es gibt an mehreren Wegabschnitten kaum Variationen für eine Unterkunft, wenn man sich nicht vom Rennsteig entfernen will. Dies ist meist mit zusätzlichen Abstiegen und entsprechenden Aufstiegen am nächsten Tag verbunden. Bei Etappen von meist deutlich über 20 Kilometern wollten wir uns die Zusatzwege ersparen.

Bei der Gehrichtung von Hörschel nach Blankenstein sind die ersten drei Etappen gleich die organisatorisch schwierigsten. Mangels Alternativen begann ich zunächst bei der Quartiersuche im Berghotel Ebertswiese. Auf meine Frage nach einer Übernachtungsmöglichkeit am 07.10. erhielt ich die Auskunft: „Wir haben zur Zeit geschlossen. Versuchen Sie es drei Tage vor der Wanderung noch einmal, eventuell ist dann geöffnet.“ Darauf wollte ich mich nicht verlassen. Also beginnen wir von vorn. Erste Etappe von Hörschel bis zum Hubertushaus (oberhalb von Ruhla). Auch hier laufe ich in Leere. Am geplanten Starttag 06.10. ist das Haus ausgebucht, am 07.10. bekomme ich aber ein Doppelzimmer. Also starten wir einen Tag später, laufen am zweiten Tag nur bis zur Grenzwiese (Hotel Kleiner Inselsberg – Buchung über Booking.com) und dann weiter die 30 Kilometer bis nach Oberhof (Buchung über Booking.com). Die nächsten Unterkünfte lassen sich zum Glück schnell reservieren: Pension “Schöne Aussicht“ in Neustadt am Rennsteig, Rennsteig-Pension Trautwein in Limbach (Scheibe Alsbach), Gasthaus & Pension „Am Rennsteig“ in Spechtsbrunn und schließlich das Gasthaus zum Frankenwald in Grumbach.

Bei der Bestellung machten mich zwei Vermieter auf ein Problem aufmerksam, was uns später auf der gesamten Tour verfolgen sollte: die Versorgungslage. Denn mit Gaststätten oder einer anderen Möglichkeit zum Abendbrot sah es teilweise ganz schlecht aus, auch unterwegs fanden wir nur selten die Gelegenheit für einen Imbiss oder zumindest die Chance, unsere Verpflegungsvorräte aufzufüllen.

ÜbersichtstafelAber dazu später mehr. Jetzt ging es erst einmal los. Die einzelnen Etappen der Rennsteigwanderung habe ich bereits vor 10 Jahren beschrieben. Detaillierte Beschreibungen kann man im Internet nachlesen. Ich will an dieser Stelle kurz von unseren Erlebnissen berichten und damit vielleicht anderen Wanderfreunde Tipps für die Organisation eines ähnlichen Vorhabens geben.

mit vollem Gepäck unterwegs

Zu unseren Voraussetzungen:
Wie aus den Eingangsschilderungen schon zu entnehmen ist, wollten wir von „fester Unterkunft“ zu „fester Unterkunft“ wandern, also mit einem Bett und einer Duschmöglichkeit am Abend. Bei Temperaturen im niedrigen einstelligen Bereich am frühen Morgen und Dauerregen an einigen Tagen erwies sich dies als gute Entscheidung. Einen Gepäcktransferservice, wie ihn diverse Reiseveranstalter anbieten, lehnen wir ab. Wir tragen unseren Rucksack selbst – mit allem, was unbedingt mit muss. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Kommentar, Über Stiegen und Steige | Verschlagwortet mit , , | Schreib einen Kommentar